IFRS-Accountant

Was macht ein IFRS Accountant?

Der IFRS Accountant besitzt als Experte im Rechnungswesen eine zentrale Position im Unternehmen. Er erstellt oder analysiert IFRS Abschlüsse vorwiegend für kapitalmarktorientierte Unternehmen. Das Aufgabengebiet kann sich sowohl auf Einzel- wie auch auf Konzernabschlüsse erstrecken.

Ihre Ausbildung zum IFRS Accountant

Lernen Sie jetzt die Sprache der internationalen Rechnungslegung, sichern Sie Ihre Position im Unternehmen für die nächsten Jahre oder stärken Sie Ihr Unternehmen für den globalen Markt und die internationalen Anforderungen der kommenden Jahre. Unsere Lehrgänge vermitteln Ihnen die wesentlichen Aufgaben, Fragestellungen, Inhalte und Standards der internationalen Rechnungslegung.

Der WIRTSCHAFTScampus bietet Ihnen die Weiterbildung im Bereich IFRS–Accounting in zwei, gut aufeinander abgestimmten, Schritten an:



Im Anschluss an die Lehrgänge des WIRTSCHAFTScampus bietet das Deutsche Institut zur Zertifizierung im Rechnungswesen (DIZR e.V.) die Möglichkeit an, die Prüfungen zum Certified IFRS Accountant basic oder advanced abzulegen und eine Zertifizierung des Studiums zu erlangen. Inhalte und Termine der Zertifizierungen im Bereich IFRS finden Sie auf der Internetseite des DIZR e.V.

Was sind IFRS?

IFRS, das ist eine Sprache für viele Aufgaben. Eine der Hauptaufgaben im Bereich der Bilanzierung ist es, momentanen oder zukünftigen Investoren eine Beurteilung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu ermöglichen. Besonders wichtig ist hier, dass Kapitalgeber, Banken und Unternehmen mit der gleichen Sprache kommunizieren. Durch globale Instrumente, wie dem Internet, ist es heute möglich, Kapital grenzüberschreitend von Investoren und Banken in Anspruch zu nehmen. Gleiches gilt natürlich auch für die tägliche Zusammenarbeit mit Kunden oder Lieferanten.

IFRS Bruttoinlandsprodukt

Die IFRS (International Financial Reporting Standards) als gleich lautende international akzeptierte Standards im Bereich der Bilanzierung schaffen eine gemeinsame Sprache, die eine international vergleichbare Aufstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens, gleich welcher Größe oder Branche, ermöglicht. Gerade für exportorientierte Unternehmen ergeben sich hier deutliche Vorteile bei der Finanzierung, beispielsweise einer Verbreiterung der Finanzierungsbasis, da international aufgestellte Kapitalgeber und Banken zunehmend ausdrücklich Finanzinformationen auf Basis der IFRS verlangen.

Gerade für international agierende Unternehmen ist es sehr wichtig, die IFRS-Bilanzierung auch innerhalb eines Konzernverbunds zu nutzen. Verschiedene Rechnungslegungssysteme führen zu erheblichen Mehrkosten bei der Erstellung der Bilanzen, die mit der Nutzung von IFRS vermieden werden können. Eine Bilanzierung nach IFRS bietet weiterhin die Möglichkeit, das gesamte interne und externe Rechnungswesen zu synchronisieren, was zu einer deutlich verbesserten internen Steuerung führen kann.

Vorteile einer Bilanzierung nach IFRS – Standards

  • Öffnung von internationalen Finanzierungsmöglichkeiten
  • Transparenz und Vergleichsmöglichkeiten im Unternehmen
  • Optimierung und Vereinfachung im Bereich der Konzernrechnungslegung
  • Zusammenführung des internen und externen Rechnungswesens
  • Optimierung und Vereinfachung im Bereich der Kommunikation, gleichermaßen gegenüber Banken, Gläubigern und Aktionären
  • Transparenz gegenüber Lieferanten und Kunden

Ausdrücklich gelten diese Vorteile der IFRS nicht nur für Europa, sondern global. Die IFRS-Standards haben sich mittlerweile als international akzeptierte Sprache der Rechnungslegung etabliert.

IFRS Weltweit

Ausblick Weltweit

Betrachtet man die dargestellten Zahlen und Tendenzen, so ist die kontinuierliche Entwicklung der IFRS global nicht mehr aufzuhalten. Gerade die Länder, welche im Hinblick auf die globale Bedeutung sowohl als Hersteller und Zulieferer aber auch als Kunden absolute Priorität und Bedeutung für Betriebe jedweder Größen und Branchen haben, nutzen bereits oder bewegen sich immer schneller in Richtung IFRS. Beispiele sind hier:

Japan

Über 100 der größten Unternehmen in Japan mit einem Gesamtmarktanteil von ca. 25%, welche in 2016 bereits IFRS nutzen oder sich in der Umsetzungsphase befinden. Zum Vergleich: Im Dezember 2012 waren es gerade einmal 10 japanische Unternehmen, die IFRS nutzten.

Indien

In Indien wurde gerade mit dem IndAS ein neuer Standard eingeführt, der in den größten Teilen die IFRS Standards abdeckt. Der IndAS wurde fast wörtlich aus den momentan aktuellen IFRS Standards übernommen. Zurzeit müssen noch einige, wenige Unterschiede diskutiert werden, damit Indien als vollwertiges IFRS-Mitglied anerkannt werden kann. Bereits jetzt besteht aber gerade für die Unternehmen, welche in Indien investieren möchten und werden, durch die Einführung von IndAS eine optimale Ausgangsbasis zur Information bzw. Situation im Unternehmensbereich.

China

Bereits in 2005 hat sich China im so genannten Beijing-Abkommen für die landesweite Einführung der IFRS entscheiden. Mit einem Update in 2015 im Bereich IFRS war es möglich, dies landesweit und in allen Unternehmen zu nutzen bzw. einzuführen. Bei vielen (großen) Unternehmen war die Umstellung auf den IFRS – Standard allerdings schon wegen der Notierung an der Börse in Hong Kong da bereits abgeschlossen.

Die IFRS Standards

Basis einer Weiterbildung im Internationalen Rechnungswesen sind die IFRS, die International Financial Reporting Standards. Im Folgenden haben wir die wichtigsten IFRS-Standards für Sie aufgelistet:

IFRS 1 erläutert die Vorgehensweise, wenn ein Unternehmen das erste Mal die IFRS für einen Abschluss anwendet. Inhalte sind z. B. IFRS Eröffnungsbilanz, Rechnungslegungsmethoden, Ausnahmen von der retrospektiven Anwendung, Schätzungen und Befreiungen von anderen IFRS.
IFRS 2 regelt die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, mit Barausgleich und mit wahlweisem Ausgleich durch Barmittel oder durch Eigenkapitalinstrumente.
In IFRS 3 werden Bilanzierungsregeln für die Abbildung von Unternehmenszusammenschlüssen gegeben. Ein solcher Zusammenschluss liegt vor, wenn ein Erwerber die Beherrschung, d. h. die Kontrolle über einen Geschäftsbetrieb erlangt. Inhalte sind z. B. die Erwerbsmethode, der Erwerbszeitpunkt, Ansatz und Bewertung des Geschäfts- oder Firmenwerts und die Behandlung sukzessiver Unternehmenszusammenschlüsse.
IFRS 4 enthält Übergangsregelungen für Versicherer, um die Rechnungslegung von Versicherungsverträgen und Rückversicherungsverträgen abzubilden bis die zweite Phase des Projekts Versicherungsverträge beim IASB abgeschlossen ist.
In IFRS 5 werden Vorschriften gegeben, wie langfristige Vermögenswerte zu bilanzieren sind, die zur Veräußerung gehalten werden. Weiterhin werden die Darstellung und erforderliche Anhangangaben für aufgegebene Geschäftsbereiche erläutert. Inhalte sind z. B. langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen, aufgegebene Geschäftsbereiche, fortzuführende Geschäftsbereiche.
IFRS 6 enthält Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften, um Vermögenswerte, die aus der Exploration und Evaluierung von Bodenschätzen resultieren, im IFRS Abschluss darzustellen. Inhalte sind z. B. mineralische Ressourcen, Klassifizierung und Indikatoren für Wertminderung.
In IFRS 7 werden die verpflichtenden Anhangangaben für Finanzinstrumente geregelt. Inhalte sind Kategorien von Finanzinstrumenten, Ertrags-, Aufwands-, Gewinn- oder Verlustposten, Risiken aus Finanzinstrumenten, qualitative Angaben, quantitative Angaben, Ausfallrisiko, Liquiditätsrisiko, Marktrisiko, Sensitivitätsanalyse.
IFRS 8 erläutert die Angaben, die in Bezug auf eine Segmentberichterstattung erforderlich sind. Betroffen sind im Wesentlichen Unternehmen, deren Schuld- oder Eigenkapitalinstrumente an öffentlichen Märkten gehandelt werden, wenn die Geschäftssegmente quantitative Schwellenwerte überschreiten. Inhaltlich sind Angaben zu Produkten/Dienstleistungen, geografischen Gebieten und wichtigen Kunden zu machen.
IFRS 9 enthält Bilanzierungs- und Bewertungsregeln für Finanzinstrumente. Die verpflichtende Anwendung ist ab 1.1.2018. IFRS 9 ersetzt IAS 39.
Inhalte sind z. B. finanzielle Vermögenswerte, finanzielle Verbindlichkeiten, Derivate, Geschäftsmodell, Art der Zahlungsströme, Wertminderung nach expected-loss-model, Kreditrisiko, Hedge Accounting, beizulegender Zeitwert, Fair Value Option.
In IFRS 10 werden Rechnungslegungsregeln für die Erstellung und Darstellung von Konzernabschlüssen gegeben, wenn ein Mutterunternehmen ein oder mehrere Tochterunternehmen beherrscht. Inhalte sind z. B. Beherrschung, Macht, Konsolidierung, nicht beherrschende Anteile.
IFRS 11 regelt die Bilanzierung von gemeinsamen Vereinbarungen in Einzel- und Konzernabschlüssen der beteiligten Parteien. Bei einer gemeinsamen Vereinbarung üben zwei oder mehr Parteien gemeinschaftlich Führung aus. Inhalte sind z. B. gemeinschaftliche Tätigkeit, Gemeinschaftsunternehmen, Equity Methode, Bilanzierung von Vermögenswerten und Schulden.
IFRS 12 enthält Regelungen über die verpflichtenden Anhangangaben in Einzel- und Konzernabschlüssen zu Beteiligungen an anderen Unternehmen. IFRS 12 ist anzuwenden, wenn ein Unternehmen beteiligt ist an: Tochterunternehmen, gemeinsamen Vereinbarungen, assoziierten Unternehmen und nicht konsolidierten strukturierten Einheiten.
Bei IFRS 13 handelt es sich um einen übergreifenden Standard, der im Zusammenhang mit anderen IFRS angewendet wird, die eine Bewertung oder Angabe zum beizulegenden Zeitwert vorschreiben. Beim beizulegenden Zeitwert handelt es sich um den Preis, der bei einem geordneten Geschäftsvorfall unter Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts erzielt bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Inhalte sind: aktiver Markt, höchste und beste Verwendung, Inputfaktoren, Transaktionskosten, Transportkosten, Fair Value Hierarchie.
IFRS 14 enthält eine Übergangsregelung für Unternehmen, die einen ersten IFRS Abschluss aufstellen und IFRS 1 anwenden und Preisregulierungen unterliegen. Solche Unternehmen dürfen nationale Bilanzierungsregeln in Bezug auf regulatorische Abgrenzungsposten im IFRS Abschluss anwenden.
IFRS 15 beinhaltet die Neuregelung der Umsatzrealisierung nach dem 5-Schritte-Modell. IFRS 15 ist ab dem 1.1.2018 verpflichtend anzuwenden und ersetzt IAS 11 Fertigungsaufträge, IAS 18 Erlöse, IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme, IFRIC 15 Vereinbarungen über die Errichtung von Immobilien, IFRIC 18 Übertragungen von Vermögenswerten von Kunden, SIC 31 Erträge-Tausch von Werbeleistungen
1. Schritt: Identifizierung des Vertrags
2. Schritt: Identifizierung der Leistungsverpflichtungen
3. Schritt: Bestimmung des Transaktionspreises
4. Schritt: Verteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtungen
5. Schritt: Erlöserfassung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung
In IFRS 16 werden neue Regeln zu Ansatz, Bewertung, Ausweis und Anhangangaben für Leasingverhältnisse gegeben. Der Standard ist auf den Leasingnehmer und Leasinggeber verpflichtend ab 1.1.2019 anzuwenden. IFRS 16 wird IAS 17 Leasingverhältnissee, IFRIC 4 Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC 15 Mietleasing-verhältnisse – Anreizvereinbarungen, SIC 27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen ersetzen. Inhalte sind z. B. kurz laufende Leasingvereinbarungen, Leasingvereinbarungen über Vermögenswerte von geringem Wert, right of use assets (Vermögenswerte aus Nutzungsrecht), variable Leasingzahlungen, sale and lease back-Transaktionen, Finanzierungsleasing, Mietleasing.